Da das nur online kaufbare Freibad-Kontingent des Copa Ca Backum in Herten bereits erschöpft war, keine weitere Tranche an Tickets ausgegeben wurde, und weil die Route zur Niederrhein-Therme Duisburg staubedingt langwierig gewesen wäre, ging es heute Nachmittag noch einmal ins Freibad des Revierparks Vonderort (Bottrop/Oberhausen).
Da ich die Örtlichkeit bereits kannte, war hier schon mal ein möglicher Nervositäts-Faktor ausgeschlossen. Ich wollte auch wieder an der Stelle wie beim letzten Mal liegen. In der Umkleide hatte ich bereits den fürs Baden vorgesehenen Neuerwerb Delio Dietz Henry in schwarz angezogen.
Das Wasser schien mir heute besonders kalt zu sein, und so hielt ich es nur einige Minuten beim Schwimmen aus. Zufällig war in ca. 10 Minuten Wellenzeit, aber das hätte ich ohne Bewegung nicht ausgehalten, also wieder raus in den "fußtiefen" Bereich in der Sonne, wo ich naturgemäß bestens zu sehen war.
Zurück zur Liegeposition und in den schwarzen Manstore M859 gewechselt. Leider fing in der Nähe jemand an zu rauchen, sodass ich meinen Platz etwas Richtung Beachvolleyball-Feld verlagern musste (ich wollte weiterhin im Schatten sein). Dort waren einige Kinder im "genau richtigen" Alter aktiv, welche mich aber nicht beachteten. Als ich (weiterhin auf dem Bauch liegend) einen fehlgeleiteten Ball retournierte, gab es nur ein "Danke". Kurz darauf landete der Ball aber soweit hinter mir, dass sich jemand in Marsch setzen musste. Ich hatte den Eindruck, dass er auffällig lange brauchte (andererseits weiß ich nicht, wo der Ball letztlich gelandet war), und die verbleibenden Kinder feixten auch etwas (allerdings taten sie das auch sonst). Gut möglich, dass der "Scout" auf meinen String gezeigt oder vielleicht sonstige Gesten gemacht hat. Oder es war Einbildung. Ich ließ mich jedenfalls nicht beirren, und die Kinder setzten ihr Spiel fort.
Beim zweiten Badaufenthalt hatte ich wieder zufällig eine Zeit kurz vor der Wellenphase erwischt, also das gleiche Spielchen wie oben.
Beim dritten Badaufenthalt hielt ich beim Schwimmen etwas länger durch und verweilte, auf die Wellen wartend, an der Markierung zwischen Nichtschwimmer- und Schwimmerbereich, als ich eine zarte Stimme vernahm. "Entschuldigen Sie bitte." Die Stimme gehörte zu einem Jungen mit Migrationshintergrund, der aber einwandfrei Deutsch sprach und keine "Verhaltensbesonderheiten" zeigte, und tatsächlich war ich gemeint gewesen. "Etwas" hatte nämlich das Weltbild "angekratzt" und einen Denkprozess ausgelöst. "Was Sie da anhaben …" (aha, ich hatte es doch geahnt) "… die Schwester/Mutter [so genau weiß ich es nicht mehr] meines Freundes [er war in Begleitung eines stämmigen Jungen, der der Situation mit leichtem Gekichere begegnete] trägt auch so etwas. Ich dachte, das gibt es nur für Mädchen?" – "Tanga" warf der Begleiter ein, worauf ich meinem "Bildungsauftrag" mit der Antwort "String" gerecht zu werden suchte. OK, vermutlich nicht die beste Gelegenheit, über Schnittformen und Sprachgebrauch zu reden. "Nein, das gibt es auch für Jungen", blieb ich altersgerecht, wenn auch nicht wahrheitsgetreu. Aha, er nickte. "Es sieht aber …", stockte er, "… gewöhnungsbedürftig aus", half ich weiter. Ja, genau, wieder richtig. "Kann ja jeder machen wie er will, musst du ja nicht tragen." OK, er schien beruhigt zu sein.
Nach etwas Luft- und Sonnentrocknen auf einer der Quermauerungen im hinteren, ansteigenden Teil der Liegewiese (hier schien ich das Interesse einiger Jugendlicher, welche sich fernab des sonstigen Geschehens niedergelassen hatten, geweckt zu haben) und dortigem Umziehen unter dem Badetuch (hier mangelt es mir definitv an lässiger Routine

) ging es nach gut drei Stunden wieder heim.
Meine positive Bewertung des Freibads (mit der Einschränkung, dass es kein richtiges Schwimmerbecken gibt) halte ich aufrecht.