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Re: Stringtragen als Self-Care & Körperbewusstsein – wie geht’s euch damit?

Verfasst: Fr 10. Apr 2026, 17:40
von Kaffeepause
Ich hoffe, ich langweile Euch nicht.

Im vorigen Beitrag habe ich ja Kevin, meinem inneren Schweinehund, erwähnt, der von Mount-Everest-Größe auf Stecknadelkopf-Größe geschrumpft ist und in meinem Leben nichts mehr zu melden hat. Die Geschichte geht so:

Es war ein Samstag im April 2023. Das Wetter war kalt und windig und es hatte Schneeregen. Bei der Morgentoilette dachte ich so bei mir "Heute, bei dem Wetter muss ich nicht rausgehen." Ein paar Sekunden später wurde mir bewusst, dass da mein innerer Schweinehund gesprochen hatte. Ich wurde regelrecht wütend und habe ihn laut angeschrien, dass er mir nichts zu befehlen habe und ich jetzt extra rausgehe, nur, um ihn zu ärgern.

Draußen hat der Wind den Schneeregen auf meine Jeans getrieben (meine wasserabweisende Outdoor-Hose war gerade in der Wäsche), die langsam feucht wurde. Mein innerer Schweinehund zu mir: "Das war aber eine saublöde Idee, rauszugehen. Wir kehren jetzt zügig wieder um." Ich bin wieder massiv ärgerlich geworden und habe zu ihm gesagt, dass ich jetzt erst recht eine längere Runde gehe. Ich bin dann durch ein Waldstück gegangen, weil da Wind und Schneeregen weniger zu spüren waren.

Im Januar hatte ich einen Herzfrequenzmonitor angeschafft, mit dem ich in der zugehörigen App auch die Strecken aufzeichnen kann. Als ich aus dem Wald kam, habe ich aufs Handy geschaut und gesehen, dass ich schon knapp 5 km zurückgelegt hatte. Da habe ich zum inneren Schweinehund gesagt: "Sobald ich 5 km geschafft habe bei diesem Wetter, habe ich dich besiegt und du hast mir nie mehr etwas zu sagen!".
Zuhause angekommen hatte ich 6,8 km zurückgelegt. Ich bin jubelnd durchs Haus gelaufen und habe es gefeiert, dass ich den Schweinehund besiegt hatte. Die heiße Dusche anschließend war um so angenehmer 😊.

Wenn ich seitdem bei unangenehmem Wetter (Regen, Schnee, Eis, Nebel, Kälte, Wind usw.) rausgehe, dann gehe ich Kevin ärgern. Je schlechter das Wetter ist, bei dem ich rausgehe, um so mehr ärgert er sich und um so mehr macht es mir Spaß ihn zu ärgern ... Da kommt meine dunkle Seite zum Vorschein :twisted:. Aber auch solche Geschichten helfen, dranzubleiben, aber auch eine Art Selbstfürsorge, um derjenige im eigenen Leben zu sein, der bestimmt.

Hat jemand von Euch auch seinem inneren Schweinehund einen Namen gegeben? Wenn ja, welchen?

Re: Stringtragen als Self-Care & Körperbewusstsein – wie geht’s euch damit?

Verfasst: Fr 10. Apr 2026, 23:11
von Kaffeepause
Oha! Ich sehe, dass ich extrem viel geschrieben habe, sorry, wenn ich zu ausschweifend bin ...

Neben der Bewegung ist auch Krafttraining wichtig für mich.

Auch da bin ich anders als Andere, weil ich ungern in ein Fitnessstudio gehe. Das beginnt schon damit, dass ich erst einmal Sportsachen einpacken, mit dem Auto zum Studio fahren, umziehen, mich zurechtfinden, nach dem Training wieder umziehen und wieder heimfahren muss. Das alles stellt für mich eine ziemliche Hürde dar, weil der Zeitaufwand drumherum so groß ist und mich in Zeitnot bringt. Erfreulicherweise habe ich eine andere Möglichkeit für mich gefunden, gegen Muskelschwund anzugehen.

Der Auslöser passierte im Februar 2024: Mir wurden die Wasserkisten beim Reinschleppen ziemlich schwer. Da ist mir bewusst geworden, dass ich Kraft verliere. Also habe ich bei der Personaltrainerin, mit der ich zwischen 2006 und 2012 trainiert hatte, angerufen, ob ich ein paar Stunden bei ihr nehmen könne, um Kraftübungen zu lernen, die ich dann selbst machen kann.
Sie sagte, dass sie seit Corona Trainings auch online anbietet, hat mir den Plan geschickt und ich habe die für mich günstigsten Termine gefunden. Seitdem trainiere ich 3 x in der Woche jeweils 30 Minuten recht intensiv. Aber ich nehme auch immer wieder an längeren Trainingseinheiten teil, weil es Spaß macht und ich Lust darauf habe.
Die Hürde ist denkbar niedrig: Haus nicht verlassen, Sportsachen anziehen, Herzfrequenzsensor umschnallen, Matte ausrollen, Fernseher einschalten (habe da die Zoom-App drauf), einloggen. Nach dem Training Fernseher ausschalten, Matte zusammenrollen, Sportsachen und Herzfrequenzsensor ablegen, Abendessen kochen.

Die Trainings sind live und gerade das ist mir wichtig, neben der Regelmäßigkeit und den festen Terminen. Ich weiß, dass die Trainerin und weitere Leute im Studio und online ebenfalls mit trainieren und mit schwitzen.
Spätestens, wenn die ersten 30 Sekunden des Aufwärmens vorüber sind, bin ich im "Modus" und es macht mir viel Spaß. Es wird mit Körpergewicht, Tubes und Gewichten gearbeitet. Bei den Übungen gibt es viel Abwechslung, sodass es nicht langweilig wird und alle Muskeln bearbeitet werden.
Die Trainings dauern jeweils ca. 30 Minuten, anschließend wird noch gedehnt. Mittwochs bleibe ich nach dem Krafttraining noch online bei einem längeren Entspannungs- und Dehntermin dabei.

Angefangen habe ich mit 2,5 kg-Hanteln, die mir nach einigen Monaten zu leicht wurden. Ich habe mich dann ziemlich lange nach verstellbaren Hanteln umgesehen und schlussendlich welche gefunden, die meinen Ansprüchen entsprechen und vom Preis-Leistungs-Verhältnis für mich passen. Damit kann ich mit einem Handgriff für verschiedene Übungen das Gewicht in 1,5 kg Schritten variieren und auf meinen jeweils aktuellen Entwicklungsstand anpassen. So konnte und kann ich mich über die Zeit Stück für Stück steigern.

Wie wichtig Krafttraining ist, habe ich inzwischen gelernt. Für das Abnehmen ist es ein wichtiger Faktor, denn Muskeln verbrauchen Kalorien.
Mir sind aber vor allem die gesundheitlichen Aspekte sehr wichtig – besonders in meinem Alter. Klar, Krafttraining stärkt die Muskeln, die wiederum den Körper stabilisieren, gegen Rückenschmerzen wirken und die Haltung verbessern.
Aber es gibt viele weitere – ganz laienhaft ausgedrückt – für mich wichtige Vorteile des Krafttrainings:
Muskeln erzeugen Botenstoffe, die gegen Entzündungen im Körper und Gehirn arbeiten.
Krafttraining wirkt dem altersbedingten Muskelschwund und Knochenschwund entgegen, es verbessert die kognitive Leistung des Gehirns, z. B. weil die Koordinationsfähigkeit verbessert wird und neue neuronale Verbindungen aufgebaut werden.
Krafttraining wirkt sich positiv auf das Herz-Kreislauf-System und auf die Psyche sowie auf die Stressresistenz aus.
Und ich stelle im Alltag fest, wieviel Spaß es macht, Kraft zu haben. Letztens habe ich in der Speisekammer den vollen schweren Kühlschrank ohne fremde Hilfe herumgeschoben, um dahinter sauberzumachen. Außerdem habe ich den Eindruck, dass sich meine Beweglichkeit verbessert hat und viele der Rückenschmerzen, die ich hatte, sind verschwunden.
Nicht zu verachten ist auch meine eigene Eitelkeit 8-). Kräftige Oberarme sehen im Spiegel besser aus als dünne Altmänner-Ärmchen.

Das alles motiviert mich und hilft mir, dranzubleiben. Mir ist das Training sehr wichtig und ich habe Spaß dabei. Außerdem es gibt mir ein ganz anderes Körperbewusstsein, auch hinsichtlich meiner Strings.
Auch meiner Psyche tut es gut, rauszugehen, Bewegung zu haben und Krafttraining zu machen. Das hilft mir sehr, mit meiner Depression umzugehen. Insofern ist dies Selfcare auf verschiedenen Ebenen. Das String tragen war nicht der Auslöser, hat aber durchaus in dem ganzen Prozess eine begleitende – um nicht zu sagen: unterstützende – Rolle gespielt, da ich mich neben den Gesundheitsaspekten, die für mich am aller wichtigsten sind, auch in Richtung eines besseren "Stringkörpers" entwickelt habe.

Ein weiterer Aspekt ist die Ernährung. Auch da hatte ich das Glück, für mich einfache Möglichkeiten zu finden, Verbesserungen umzusetzen. Aber das erzähle ich später in einem weiteren Beitrag.

Re: Stringtragen als Self-Care & Körperbewusstsein – wie geht’s euch damit?

Verfasst: Do 16. Apr 2026, 17:30
von Sexymanstring
Ich mache seit über 30 Jahren mehr oder minder regelmäßig, nach Möglichkeit 3 x wöchentlich, ein leichtes Krafttraining, um meinen Körper einigermaßen ansehnlich zu halten. Das ist mir bis jetzt (bin 75) ganz gut gelungen. Ein wenig Eitelkeit kommt dabei auch zum tragen, denn ich möchte mich auch noch im Spiegel ansehen können, insbesondere im String.
Was die Ernährung angeht verfolge ich ein einfaches Prinzip: das gute alte FdH (friss die Hälfte) und möglichst abwechslungsreich. Da kann man im Grunde nichts falsch machen.
Nicht rauchen ist auch hilfreich, dann altert die Haut deutlich weniger, bleibt glatter und ansehnlicher, was dann auch dem String Tragen zugute kommt.
Ist eigentlich alles ganz einfach, wobei der String eine gute Motivation darstellt.

Re: Stringtragen als Self-Care & Körperbewusstsein – wie geht’s euch damit?

Verfasst: Do 16. Apr 2026, 22:50
von leostring
das sehe ich genauso. ausreichend bewegung bzw. sport und eine maßvolle abwechselungsreiche ernährung halten bis ins alter fit. das hilft auch um sich dann noch im string wohlzufühlen.

Re: Stringtragen als Self-Care & Körperbewusstsein – wie geht’s euch damit?

Verfasst: Fr 17. Apr 2026, 10:21
von Heizer
Es ist auf jeden Fall so das seit ich Stringtanga trage mich mehr beobachte und nicht nur deswegen. Ein Sportfan bin ich nicht so sehr aber ich gehe gerne mit meiner Frau spazieren und das sind keine kurzen Spaziergänge um die Ecke. Das ganze hat auch andere Effekte. Ich beobachte auch regelmäßig mein Gewicht. Das mit den regelmäßigen Lebensgewohnheiten versuche ich auch so gut wie möglich hinzubekommen. Alkohol trinke ich aber nicht regelmäßig. Da ich Arbeiten gehe in allen Schichten ist mein Lebensrhythmus nicht ganz so regelmäßig wie ich möchte. Mir ist seit einigen Jahren aufgefallen, dass ich weniger Schwierigkeiten hab den Übergang von Nachtschicht auf Frühschicht hinzu bekommen. Noch vor etwa 20 Jahren hab ich mir eingebildet das ich nach den Nächten nicht zeitig ins Bett gehen kann also spätestens um 22.00 Uhr und deswegen fast die ganze Nacht durchgemacht. So kann man sich selbst fertig machen. Seit ich meine Frau kennen gelernt hab veränderte sich bei mir mein Verhalten. Jetzt bin ich wieder in so einer Übergangssituation. Ich bin am Mittwoch aus der letzten Nachtschicht gekommen habe an diesem Tag bis ca. 12.00 Uhr geschlafen und hab es geschafft um 22.30 Uhr ins Bett zu gehen und bin sehr schnell eingeschlafen. Morgen klingelt um 3.45 Uhr der Wecker. Fazit ist für mich das nicht Schlafen können war eher eine Einbildung gewesen und ich habe daraus falsche Schlüsse gezogen. Insgesamt fühle ich mich jetzt besser und komme mit den unbeliebten Frühschichten besser klar. Ich freue mich auf die hoffentlich gute Badesaison im Stringtanga in dem ich mich sehr wohl fühle. Das mit dem Essen hat sich bei mir auch verbessert. Als Single hab ich doch mehr Fertigessen gegessen und nicht so regelmäßig. Was das für einen Effekt hat regelmäßig zu Essen und nicht dieses teure Zeug auf dem Bahnhof was keine Qualität hat muss man ausprobiert haben. Als ich meine Frau kennen lernte wog ich fast 90 Kilo und jetzt schwankt es zwischen 82 und 84 Kilo. Wichtig ist ich fühl mich so wie ich jetzt bin wohl und zeige meinen Körper so wie er ist.

Re: Stringtragen als Self-Care & Körperbewusstsein – wie geht’s euch damit?

Verfasst: Sa 2. Mai 2026, 14:21
von stringessen
BlackDesign hat geschrieben: Di 13. Mai 2025, 23:08 [...]
Was mir in letzter Zeit öfter auffällt – gerade beim Scrollen durchs Netz:

Es scheint zwei sehr unterschiedliche Arten von Stringträgern zu geben.

Da sind die einen, die den String einfach in ihr Körpergefühl einweben – als Teil von Achtsamkeit, Intimität, Nähe zu sich selbst. Ohne Drama. Ohne Show. Die, bei denen es um Spüren geht, um weiche Präsenz, um etwas ganz Persönliches.

Und dann gibt es die andere Richtung – kleiner, knapper, schriller. Viel Haut, viel Bühne, viel „schaut her“. Auch das hat seine Berechtigung – jeder darf sich ausdrücken, wie er will.

Aber manchmal hab ich das Gefühl, dass genau diese extreme Darstellung den String am Mann in eine Ecke drängt, die mit dem, was ich fühle, nicht viel zu tun hat. Schmuddelig. Übersexualisiert. Aufgeladen mit Klischees.
Und das finde ich schade.
[...]
Von solchen (extremen) Leuten gibt es auch einige hier im Forum. Knapper, durchsichtiger, schriller, selbst über Plug-gehaltene Bade- / Sunstrings
und mehr oder weniger sichtbar getragene Cockrings unterm String in öffentlichen Schwimmbädern, Badeseen und Strand wird diskutiert.

Und das drängt den "normalen" Mann, der Strings trägt, tatsächlich in die Schmuddelecke. Sogar die ganze Community. Ich persönlich gehöre zu den Normalos, aber nutze Strings schon sehr lange. Und ich finde es sehr schade, dass sich Interessierte zurückhalten oder abwenden, weil die öffentliche Meinung und damit die gesellschaftliche Akzeptanz so ist, wie sie (zur Zeit) ist...

LG, Julian

Re: Stringtragen als Self-Care & Körperbewusstsein – wie geht’s euch damit?

Verfasst: Sa 9. Mai 2026, 16:34
von Gthonger
Auf jeden Fall hat das tägliche String tragen für mich mit Self-Care zu tun. Jeder Mensch hat gewisse Gewohnheiten. Mal bewusst, mal unbewusst.
Seit über 30 Jahre ist der String mein täglicher Begleiter. Und je nach Laune und Bekleidung (Anzug, Freizeithose oder zum Sport), suche ich mir morgens meinen String gezielt aus dem Kleiderschrank. Mal bunte Farben, mal uni. Und klar betrachte ich mich dabei auch immer wieder kritisch im Spiegel. Über viele Jahre habe ich sehr viel Sport getrieben. Das kam meinem Körper zu Gute. Habe ich jedoch mal zu lange den Sport weg gelassen, war krank habe ich zu viel gegessen, dann war der Blick morgens schon kritischer. Ja, ich gehöre zu denen, da muss bei mir der String mit dem trainierten Körperbild zusammen passen. Auch im Fitnessstudio oder im Schwimm- und Freibad bin ich da bei mir sehr kritisch.
Dieses Bewusstsein hat sich bei mir über Jahre gefestigt und ich trage meinen String immer mit einem gewissen Stolz und schäme mich nicht mehr diesen auch zu zeigen, oder verstecke den String unter einer schnell angezogenen Short :D .

Re: Stringtragen als Self-Care & Körperbewusstsein – wie geht’s euch damit?

Verfasst: Mi 20. Mai 2026, 15:41
von derandre
Absoluter Sportfan, und habe auch sukzessiv beim Sport mehr und mehr die Strings ausprobiert. Im Gym, beim laufen…

Beim Radfahren trägt man keine Unterwäsche, deswegen nur jetzt danach beim Giro D’Italia schauen.

Passend zum rosa Trikot des führenden.
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Re: Stringtragen als Self-Care & Körperbewusstsein – wie geht’s euch damit?

Verfasst: Fr 22. Mai 2026, 08:10
von valery.lacan
derandre hat geschrieben: Mi 20. Mai 2026, 15:41 Absoluter Sportfan, und habe auch sukzessiv beim Sport mehr und mehr die Strings ausprobiert. Im Gym, beim laufen…

Beim Radfahren trägt man keine Unterwäsche, deswegen nur jetzt danach beim Giro D’Italia schauen.

Passend zum rosa Trikot des führenden.
Ooooha, das österreichische Pendant zum @Integrator hat den Chat betreten.🔥

Re: Stringtragen als Self-Care & Körperbewusstsein – wie geht’s euch damit?

Verfasst: Fr 22. Mai 2026, 10:07
von emjay
Wer ist noch dafür, dass unser Neuzugang (derandre) verpflichtet wird, jede Woche mindestens ein Foto hochzuladen? :lol: