Oha! Ich sehe, dass ich extrem viel geschrieben habe, sorry, wenn ich zu ausschweifend bin ...
Neben der Bewegung ist auch Krafttraining wichtig für mich.
Auch da bin ich anders als Andere, weil ich ungern in ein Fitnessstudio gehe. Das beginnt schon damit, dass ich erst einmal Sportsachen einpacken, mit dem Auto zum Studio fahren, umziehen, mich zurechtfinden, nach dem Training wieder umziehen und wieder heimfahren muss. Das alles stellt für mich eine ziemliche Hürde dar, weil der Zeitaufwand drumherum so groß ist und mich in Zeitnot bringt. Erfreulicherweise habe ich eine andere Möglichkeit für mich gefunden, gegen Muskelschwund anzugehen.
Der Auslöser passierte im Februar 2024: Mir wurden die Wasserkisten beim Reinschleppen ziemlich schwer. Da ist mir bewusst geworden, dass ich Kraft verliere. Also habe ich bei der Personaltrainerin, mit der ich zwischen 2006 und 2012 trainiert hatte, angerufen, ob ich ein paar Stunden bei ihr nehmen könne, um Kraftübungen zu lernen, die ich dann selbst machen kann.
Sie sagte, dass sie seit Corona Trainings auch online anbietet, hat mir den Plan geschickt und ich habe die für mich günstigsten Termine gefunden. Seitdem trainiere ich 3 x in der Woche jeweils 30 Minuten recht intensiv. Aber ich nehme auch immer wieder an längeren Trainingseinheiten teil, weil es Spaß macht und ich Lust darauf habe.
Die Hürde ist denkbar niedrig: Haus nicht verlassen, Sportsachen anziehen, Herzfrequenzsensor umschnallen, Matte ausrollen, Fernseher einschalten (habe da die Zoom-App drauf), einloggen. Nach dem Training Fernseher ausschalten, Matte zusammenrollen, Sportsachen und Herzfrequenzsensor ablegen, Abendessen kochen.
Die Trainings sind live und gerade das ist mir wichtig, neben der Regelmäßigkeit und den festen Terminen. Ich weiß, dass die Trainerin und weitere Leute im Studio und online ebenfalls mit trainieren und mit schwitzen.
Spätestens, wenn die ersten 30 Sekunden des Aufwärmens vorüber sind, bin ich im "Modus" und es macht mir viel Spaß. Es wird mit Körpergewicht, Tubes und Gewichten gearbeitet. Bei den Übungen gibt es viel Abwechslung, sodass es nicht langweilig wird und alle Muskeln bearbeitet werden.
Die Trainings dauern jeweils ca. 30 Minuten, anschließend wird noch gedehnt. Mittwochs bleibe ich nach dem Krafttraining noch online bei einem längeren Entspannungs- und Dehntermin dabei.
Angefangen habe ich mit 2,5 kg-Hanteln, die mir nach einigen Monaten zu leicht wurden. Ich habe mich dann ziemlich lange nach verstellbaren Hanteln umgesehen und schlussendlich welche gefunden, die meinen Ansprüchen entsprechen und vom Preis-Leistungs-Verhältnis für mich passen. Damit kann ich mit einem Handgriff für verschiedene Übungen das Gewicht in 1,5 kg Schritten variieren und auf meinen jeweils aktuellen Entwicklungsstand anpassen. So konnte und kann ich mich über die Zeit Stück für Stück steigern.
Wie wichtig Krafttraining ist, habe ich inzwischen gelernt. Für das Abnehmen ist es ein wichtiger Faktor, denn Muskeln verbrauchen Kalorien.
Mir sind aber vor allem die gesundheitlichen Aspekte sehr wichtig – besonders in meinem Alter. Klar, Krafttraining stärkt die Muskeln, die wiederum den Körper stabilisieren, gegen Rückenschmerzen wirken und die Haltung verbessern.
Aber es gibt viele weitere – ganz laienhaft ausgedrückt – für mich wichtige Vorteile des Krafttrainings:
Muskeln erzeugen Botenstoffe, die gegen Entzündungen im Körper und Gehirn arbeiten.
Krafttraining wirkt dem altersbedingten Muskelschwund und Knochenschwund entgegen, es verbessert die kognitive Leistung des Gehirns, z. B. weil die Koordinationsfähigkeit verbessert wird und neue neuronale Verbindungen aufgebaut werden.
Krafttraining wirkt sich positiv auf das Herz-Kreislauf-System und auf die Psyche sowie auf die Stressresistenz aus.
Und ich stelle im Alltag fest, wieviel Spaß es macht, Kraft zu haben. Letztens habe ich in der Speisekammer den vollen schweren Kühlschrank ohne fremde Hilfe herumgeschoben, um dahinter sauberzumachen. Außerdem habe ich den Eindruck, dass sich meine Beweglichkeit verbessert hat und viele der Rückenschmerzen, die ich hatte, sind verschwunden.
Nicht zu verachten ist auch meine eigene Eitelkeit

. Kräftige Oberarme sehen im Spiegel besser aus als dünne Altmänner-Ärmchen.
Das alles motiviert mich und hilft mir, dranzubleiben. Mir ist das Training sehr wichtig und ich habe Spaß dabei. Außerdem es gibt mir ein ganz anderes Körperbewusstsein, auch hinsichtlich meiner Strings.
Auch meiner Psyche tut es gut, rauszugehen, Bewegung zu haben und Krafttraining zu machen. Das hilft mir sehr, mit meiner Depression umzugehen. Insofern ist dies Selfcare auf verschiedenen Ebenen. Das String tragen war nicht der Auslöser, hat aber durchaus in dem ganzen Prozess eine begleitende – um nicht zu sagen: unterstützende – Rolle gespielt, da ich mich neben den Gesundheitsaspekten, die für mich am aller wichtigsten sind, auch in Richtung eines besseren "Stringkörpers" entwickelt habe.
Ein weiterer Aspekt ist die Ernährung. Auch da hatte ich das Glück, für mich einfache Möglichkeiten zu finden, Verbesserungen umzusetzen. Aber das erzähle ich später in einem weiteren Beitrag.